
Rückgang der Lieferungen von Aluminiumtuben und Aerosoldosen nach Deutschland
Im ersten Halbjahr 2025 meldeten die Mitglieder des Fachverbandes Tuben, Dosen und Fließpressteile im Aluminium Deutschland e. V. geringere Lieferungen von Aluminiumtuben und Aerosoldosen an inländische Abnehmer. Insgesamt wurden 393 Millionen Aluminiumtuben nach Deutschland geliefert, was einem Rückgang von rund 1 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Bei Aluminium-Aerosoldosen beliefen sich die Lieferungen im ersten Halbjahr 2025 auf 268 Millionen Stück; ein Minus von 3,2 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2024. Trotz eines soliden Wachstums in den größten Absatzmärkten – Deodorants (+3 %) und Haarpflege (+1,3 %) – wurde der Rückgang insgesamt durch eine deutlich schwächere Nachfrage in anderen Kosmetiksegmenten sowie in kleineren Märkten wie Lebensmittel, Pharma und Haushaltsprodukte verursacht.
Personalmangel und Produktionskosten
Der Personalmangel hat sich im Vergleich zu den Vorjahren spürbar verbessert. Entlassungen in der Automobilindustrie haben dazu geführt, dass mehr Fachkräfte eine Beschäftigung in der Verpackungsindustrie suchen, was den Rekrutierungsdruck für die Unternehmen verringert.
Gleichzeitig bleiben steigende Produktionskosten eine erhebliche Herausforderung für die Branche, ohne dass kurzfristig eine Entlastung in Sicht ist. Kosten für Energie, Logistik, Regulierung und Rohstoffe belasten weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produzenten.
Marktdynamik und internationaler Handel
Die jüngst in den USA eingeführten Zölle in Höhe von 50 % auf leere Aluminiumdosen und -tuben werden von der Branche aufmerksam verfolgt. Für die meisten deutschen Hersteller dürfte die Auswirkung jedoch begrenzt bleiben, da ihr Kerngeschäft in der Belieferung des deutschen Marktes und anderer EU-Länder liegt. Einige wenige Unternehmen exportieren jedoch in kleineren Mengen auch in die USA, für die diese neuen Zölle eine zusätzliche Herausforderung darstellen.
Branchenausblick
Trotz der angespannten Marktlage und regulatorischer Gegenwinde berichten die Mitgliedsunternehmen über eine insgesamt stabile Kapazitätsauslastung. Der Fokus liegt weiterhin stark auf der internationalen Geschäftsentwicklung sowie auf Innovationen im Bereich nachhaltiger Verpackungen.
Johannes Schick, Vorsitzender des Fachverbandes Tuben Dosen und Fließpressteile, erklärte: „Vor dem Hintergrund globaler Handelshemmnisse, geopolitischer Spannungen sowie einer schwachen europäischen und deutschen Konjunktur bleibt das aktuelle Geschäftsumfeld äußerst herausfordernd. Dennoch beweisen unsere Mitglieder ihre Widerstandsfähigkeit, passen sich an neue regulatorische Anforderungen an und stellen weiterhin die zuverlässige Versorgung mit Aluminiumtuben und Aerosoldosen für Kunden weltweit sicher.“
Teilen
Themen
Aluminium Lexikon
Schon in den 1880er Jahren hatte in Deutschland von Hand geschlagenes, nur wenige Tausendstel Millimeter dünnes ...
Weitere Artikel zum Thema
02.03.2026
Im Rahmen unserer Serie #AluminiumPerspektiven stellen wir heute unser Mitglied Speira in den Fokus, eines der führenden europäischen Aluminiumwalz- und ...
25.02.2026
Schwaches Plus bei Aerosoldosen: Wachstum +1,0 % gegenüber 2024 mit 568,1 Mio. Stück im Jahr 2025, getrieben von Personal-Care-Segment Leichter Rückgang ...
18.02.2026
Aluminiumindustrie weiterhin im Krisenmodus: Seit 2021 kein Wachstum, Produktionsniveaus nur noch bei 76 bis 88 Prozent des Vorkrisenniveaus und deutlich ...




