
Nachfrageflaute im Kosmetiksektor prägt das erste Halbjahr 2025
Die Internationale Organisation der Hersteller von Aluminium-Aerosoldosen (AEROBAL) berichtet, dass die weltweiten Auslieferungen von Aluminium-Aerosoldosen im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Einheiten zurückgingen. Der Rückgang wurde in erster Linie durch die schwache Nachfrage im Kosmetiksektor verursacht. Die wichtigsten Marktsegmente Deodorants und Haarsprays, die traditionell den größten Anteil der Auslieferungen ausmachen, verzeichneten deutliche Rückgänge. Diese Verluste konnten nur teilweise durch starkes Wachstum im Lebensmittelsektor kompensiert werden, der als Nischenanwendung für Aluminium-Aerosoldosen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Aus regionaler Sicht mussten die Auslieferungen nach Nord- und Südamerika einen deutlichen Rückschlag hinnehmen: Sie gingen im ersten Halbjahr 2025 auf 1,26 Milliarden Einheiten zurück – ein Minus von fast 4 Prozent. Dennoch bleibt die Region der größte Einzelmarkt für Aluminium-Aerosoldosen. Im Gegensatz dazu stiegen die Auslieferungen in die 27 EU-Mitgliedsstaaten und nach Großbritannien leicht von 1,19 Milliarden auf 1,21 Milliarden Einheiten. Die Lieferungen nach Asien/Ozeanien, Afrika und in den Nahen Osten gingen hingegen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 zurück.
Volatilität auf dem amerikanischen Markt, steigender Regulierungsdruck in Europa
Der Markt in Nord- und Südamerika war von ausgeprägter Volatilität geprägt, die vor allem durch US-Zölle auf Aluminiumdosen ausgelöst wurde. In einem der in den letzten Jahren vielversprechendsten Märkte, Brasilien, verschlechterte sich die Kaufkraft der Verbraucher im ersten Halbjahr 2025 deutlich. Dies führte zu einem spürbaren Wandel im Konsumverhalten, für den kurzfristig keine Besserung in Sicht ist. Gleichzeitig nehmen die Nachhaltigkeitsanforderungen auf dem amerikanischen Kontinent zu und nähern sich dem europäischen Niveau an. In einigen Regionen steigt die Nachfrage nach Aluminium-Aerosoldosen mit hohem Anteil an Recyclingmaterial sowie nach „Low-carbon Aluminium“ das mithilfe erneuerbarer Energien produziert wird. Parallel dazu verschärft sich in Europa der regulatorische Druck – insbesondere durch die kommende Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung, die in naher Zukunft strengere Design-for-Recycling-Anforderungen festlegen dürfte.
Branche bleibt widerstandsfähig
„Trotz der aktuellen Gegenwinde hat unsere Branche ihre Widerstandsfähigkeit immer wieder unter Beweis gestellt“, betont AEROBAL-Generalsekretär Seifeldin Raslan Mohamed. „Auch wenn der regulatorische Druck in Europa zunimmt und die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen herausfordernd bleiben, zeichnen sich Aluminium-Aerosoldosen weiterhin durch ihre einzigartige Kombination aus Produktschutz, Verbraucherfreundlichkeit und Nachhaltigkeit aus. Das stimmt mich zuversichtlich, dass sich unsere Branche erfolgreich anpassen und mittelfristig weiterwachsen wird.“
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