Als „alumen“ bezeichnet der römische Geschichtsschreiber Plinius der Ältere (23 bis 79 n. Chr.) in seiner „Naturgeschichte“ den natürlichen Alaunstein und die daraus gewonnenen Salze, die vermutlich schon um 1000 v. Chr. von den Ägyptern, dann von den Griechen und auch von den Chinesen als Bindemittel von Mal- und Textilfarben verwendet worden waren. Im Mittelalter fand Alaun für diese Zwecke sowie als Gerbmittel und als blutstillendes Medikament weite Verbreitung. Mitte des 18. Jahrhunderts erkannte der deutsche Chemiker Andreas Sigismund Marggraf (1709 – 1782), dass Ton und der daraus gewinnbare Alaun denselben Grundstoff enthalten: nämlich Tonerde (heute: Aluminiumoxid), das Oxid (Verbindung mit Sauerstoff) eines damals noch unbekannten Metalls.
Als der britische Naturforscher Davy 1807 erstmals die Existenz dieses Metalls nachwies, nannte er es nach der englischen Bezeichnung „alum“ für Alaun zunächst Alumium, später Aluminum, ehe 1825 Oersted und 1827 Wöhler den Namen Aluminium prägten. Ursprünglich stand der Begriff Alaun nur für Kali-Alaun: Das ist Kalium-Aluminium-Sulfat, eine Schwefel-Sauerstoff-Verbindung. Später reihte man darunter auch alle Doppelsalze vom selben Formeltyp und Kristallaufbau wie Kali-Alaun ein. Als Farbbindemittel wird Kali-Alaun heute von der Aluminiumverbindung Aluminiumsulfat immer mehr verdrängt. Dieser und andere aluminiumhaltige Alaune finden jedoch in großen Mengen Anwendung in Medikamenten und Deodorants, in der Zucker- und Papierherstellung sowie in der Abwasser- und Trinkwasserreinigung.

Teilen