Die Aluminiumgewinnung in industriellem Maßstab wurde erst mit der Schmelzflusselektrolyse möglich, die Hall und Héroult 1886 erfanden (siehe Chronik). Sogleich wurden Industrieunternehmen gegründet. Als erste Aluminiumhütte nahm im August 1888 die Aluminium-Industrie AG (AIAG) im schweizerischen Neuhausen am Rheinfall die Produktion auf. Es folgten im Dezember 1888 eine Hütte in Pittsburgh, USA, und 1889 zwei Hütten in Frankreich. Weitere Entwicklungen waren erforderlich, so dass die Aluminium-Produktion vorerst bescheiden blieb. Auch mussten erst Absatzwege geschaffen werden. Ein Aufschwung setzte ein, als die AIAG 1890/91 den Aluminiumpreis auf ein Viertel herabsetzte. Dennoch blieb die Zahl der Gesellschaften und Hütten gering, die erste in Deutschland 1897 wurde in Badisch-Rheinfelden durch die AIAG errichtet, bis die Patente von Héroult 1903 und von Hall 1906 erloschen. Danach wurden auch in anderen Ländern Aluminiumhütten gebaut, die fast ausnahmslos Gebirgsflüsse zur Stromerzeugung nutzten (zum Beispiel Lend in Österreich 1908).

Der Erste Weltkrieg brachte eine Verdoppelung der Weltproduktion auf 132.000 Tonnen. 1917 wurde die VAW Vereinigte Aluminium-Werke AG gegründet.

Das Produktionsniveau wurde anschließend stetig erhöht, doch 1928 gab es erst in zehn Staaten eine Aluminium-Industrie, die nur in Kanada, in den USA und in der Sowjetunion bedeutend war. Nach dem Zweiten Weltkrieg erschloss die Industrie neue zivile Märkte, um die Kapazitäten auszulasten. Die Zeit bis in die 1970er Jahre war durch eine umfassende Forschung gekennzeichnet, an deren Ende eine Vielzahl neuer Anwendungen und Produkte stand. Die großen Gesellschaften legten vermehrt Bauxitabbau, Aluminiumoxid-Erzeugung, Hütten und Produktherstellung zusammen, um dank dieser „Integration“ wirtschaftlich produzieren und den Preisdruck durch den wachsenden Wettbewerb auffangen zu können. Neue Staaten mit reichen Bauxit- und Energievorkommen, zum Beispiel Australien, schufen eigene Industrien zum Bauxitabbau und zur Aluminiumoxiderzeugung sowie Aluminiumhütten. Die Produktion stieg, dem Bedarf folgend, steil an.

Ende der 1980er Jahre wurde in ungefähr 80 Staaten Primäraluminium hergestellt. Es gab zahlreiche Schmelzhütten, hunderte Walzwerke und tausende Gießereien. Es zeichnete sich eine Verlagerung der Produktion nach Staaten mit kostengünstigerer Stromerzeugung (vor allem aus Wasserkraft oder mit Erdgas bzw. Kohle) ab, zum Beispiel in die Golfregion oder nach Island.

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